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We love it fair! (Projekt der Klasse 6c im Schuljahr 2014/15)

veröffentlicht um 01.06.2015, 22:40 von Wolfgang Heitz   [ aktualisiert 04.06.2015, 00:59 von Arno Heinz ]

Schokolade … süß, schwarz, weiß, einfach lecker und unser absolutes Lieblingsprodukt!

 

Mit den Projekttagen am 09. und 10. Oktober des vergangen Jahres startete die Fair Trade-Aktion unserer Klasse. Zunächst brachten wir jede Menge leere Verpackungen von Schokoladenerzeugnissen mit in den Unterricht und sortierten und begutachteten die einzelnen Produkte. Zur Information: Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr ca. 11 Kilogramm Schokolade.

 

Anschließend sahen wir einen Film zur Herkunft und Ernte von Kakao, dem wichtigsten Grundstoff bei der Schokoladenherstellung. Wir konnten kaum glauben, was wir sahen und der Appetit verging uns erst einmal:

Der Film berichtete über Kinder in unserem Alter, die ihren Eltern gestohlen und als Sklaven an Besitzer von Kakaoplantagen verkauft wurden. Die Eltern suchten verzweifelt nach ihren Kindern, konnten sie aber nicht finden, da sie in Bussen bis zur Grenze verschleppt und von dort auf Motorrädern über die Grenze geschmuggelt wurden. Die beteiligten Kinderhändler erhielten Geld von den Plantagenbesitzern (230 Euro pro Kind), welche die Kinder dann unbegrenzt ausbeuten konnten.

 

Wie der Film ebenfalls zeigte, änderte sich das Leben der verschleppten Kinder von einem Augenblick auf den anderen schlagartig: Sie mussten 10 Stunden am Tag arbeiten, wurden geschlagen und erkrankten aufgrund von Mangelernährung und dem Einsatz von Pestiziden. Selbstverständlich hatte keines der Kinder Schokolade je probiert.

Seit 2008 ist Kinderarbeit zwar verboten, laut UNICEF arbeiten aber noch immer mehr als 200 000 Kinder auf Kakaoplantagen in Nordafrika.

 

Der Skandal geht aber noch weiter: Gesetzgeber, Behörden und Schokoladenhersteller wissen offenbar um die Situation der Kinder in der Erzeugerländern, verschließen aber die Augen davor und wirtschaften hemmungslos weiter in die eigene Tasche. Schokolade soll in den Industrieländern zu billigen Preisen in die Verkaufsregale gelangen, um langfristig gute Umsätze zu sichern.

 

Natürlich versuchen Hilfsorganisationen wie UNICEF und auch Interpol einzugreifen, allerdings funktioniert die Justiz in den betroffenen Ländern kaum. So konnten bisher lediglich 65 Kinder gerettet und nur 8 Kinderhändler verhaftet werden.

 

 

Wir überlegten nun, was wir als Schokoladenliebhaber ändern könnten, und einigten uns auf die folgenden drei Punkte:

 

  1. Wir wollen anderen erzählen, was wir gesehen haben.

    Für unser Schulfest und den Tag der offenen Tür fertigten wir Plakate zum Thema des Films an, die die unterschiedlichen Perspektiven (der Kinder, der Kakaobauern, der Kinderhändler usw.) beleuchteten und stellten sie den Besuchern unserer Schule vor.

     

  2. Wir achten auf das Fair Trade-Siegel bei Schokoladenprodukten.

    Wir wollen nicht mehr irgendeine Schokoladentafel kaufen, sondern Produkten mit dem Fair Trade-Siegel den Vorzug geben. Fair Trade steht für eine Organisation, die den Kakaobauern feste und verlässliche Preise für ihre Produkte bezahlt, wenn diese im Gegenzug auf Kinderarbeit verzichten.

    Um die Idee des Fairen Handels noch weiter zu unterstützen, haben wir an unserer Schule bei unterschiedlichen Aktionen Fair Trade-Produkte im Wert von 390 Euro verkauft - darauf sind wir stolz.

     

  3. Wir beteiligen uns am Wettbewerb „Faire Klasse“.


    Weil uns allen das Thema Kinderarbeit und Fair Trade sehr wichtig ist, haben wir vor, unsere Mitschüler, die Schule und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen. Wir bewerben uns als Teilnehmer beim Wettbewerb „Faire Klasse“ und hoffen, dass wir ausgezeichnet werden. In einer zweiten Etappe möchten wir gerne versuchen, weitere Klassen und auch die Schulverwaltung und den Pausenverkauf zum Mitmachen zu bewegen, damit wir es schaffen, die Auszeichnung „Faire Schule“ zu bekommen.

Für eine Schokolade ohne bitteren Nachgeschmack muss sich vieles ändern.

Auch wir können mithelfen.

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